Blütenzucker in Variationen

Aktualisiert: Aug 6


Wilde Kräuterrezepte einmal anders...........


Wir erkennen das echte Veilchen

(Viola odorata) an seinem aromatischen süßen Duft.

Bereits in der Antike wurde das Veilchen als Heilkraut genutzt.

Auch Hildegard von Bingen hat es vielfältig bei Hautleiden eingesetzt und Pfarrer Kneipp empfahl es bei Husten, Hals- und Kopfschmerzen.


Es enthält u.a. Salicylsäure, Vitamin C, Bitterstoffe, Schleimstoffe, Saponine, Flavonoide (vor allem Cyanin) und ätherische Öle (Jonon).


Essbar sind die Blüten, Blätter und die Wurzeln. Ihr könnt daraus z.B. einen Blütenessig herstellen, Blüten und Blätter in einen Wildkräuter-Salat geben oder aus den gerösteten Wurzeln einen "Kaffee" brühen.

Auf den folgenden Fotos zeige ich Euch die Herstellung eines Veilchen-Zuckers.

Dazu werden eine Handvoll Veilchenblüten mit ebenso viel Zucker in einem Mörser fein zerrieben. Diese Masse wird auf einem Pergamentpapier entweder über Nacht an der Luft oder im Backofen bei sehr geringer Temperatur getrocknet. Es entsteht eine harte Zucker-Pflanzen-Masse, die im Mörser noch einmal fein zerrieben wird.

Jetzt ist eine blass-lila duftende Veilchen-Zuckermischung entstanden, welche auch die hilfreichen Inhaltsstoffe des Veilchens enthält.

Mit ihr lassen sich Torten und Kucher verzieren oder auch Tee süßen.


Auf dieselbe Art und Weise könnt Ihr aus Löwenzahnblütenblättern einen gelben Löwenzahn-Zucker herstellen. Diesen hier haben die Nachbarskinder (8 und 12 Jahre alt) gemörsert. Sie hatten großen Spaß dabei!

Unser Kuchen wurde mit Sahne, Blütenblättern vom Löwenzahn und dem Zucker verziert.

Er war sooo lecker, dass wir leider keine Fotos mehr machen konnten :-)


Genauso wird ein grüner Zucker zum Beispiel aus Zitronenmelisse oder Pfefferminze hergestellt oder ein Rosenblütenzucker. Lavendel, Ringelblume, Waldmeister, Rosengeranie und was Euch sonst noch einfällt können verwendet werden.

Der Wiesen-Dudler - dieses Rezept habe ich dem sehr schönen Buch von Dirk Holtermann und Brigitte Klemme "Delikatessen am Wegesrand" ,Verlag Manfred Mädler, entnommen und etwas abgewandelt.

Wir verwendeten ca. 5 Stängel Giersch, 2 kleine Stängel Gundelrebe, ein paar Gänseblümchen und Löwenzahnblüten, einige Brennnesselblätter und etwas Zitronenmelisse. Die Kräutermischung kann sich im Jahreslauf natürlich ändern. Es eignen sich Rose, Lavendel, Malve, Ringelblume, Labkraut, Mädesüß, Minze oder Waldmeister - je nach Vorliebe. Wer es würziger möchte, kann etwas Thymian, Oregano, Majoran dazu geben.

Dazu kamen 1 Liter Apfelsaft, 1 Bio-Zitrone in Schreiben geschnitten und 2 Bio-Saftorangen, ebenfalls in Scheiben. Diese Mischung wird ca. 3 Stunden kühlgestellt und nach Wunsch mit Mineralwasser gemischt.

Ein gesunder und leckerer Trinkgenuss! Es wurde am nächsten Tag gleich noch einmal eine Portion angesetzt.

Die beschriebenen Heilwirkungen von Heilpflanzen und deren Anwendung haben ausschließlich informativen Charakter.

Ich übernehme keine Garantie und Haftung für die genannten Anwendungsmöglichkeiten.


Ich empfehle hinsichtlich eigener Anwendung ausdrücklich Rücksprache mit einem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker.