Sheabutter oder Karitébutter
Afrikanischer Butterbaum - Vitellaria paradoxa subsp. paradoxa und subsp. nilotica - Butyrospermum parkii butter
Familie der Sapoten- oder Breiapfelgewächse

Sheabutter –
die kostbare Butter vom Sheabaum
Der Baum ist in den trockenen Gebieten der Sahelzone und in den Savannen West- und Zentralafrikas zu Hause. Eine Unterart, Vitellaria paradoxa subspecies nilotica, gedeiht in Ostafrika.
Ein Baum, der viel Zeit braucht. Der Sheabaum wächst langsam. Nach ungefähr 20 Jahren trägt er zum ersten Mal Früchte, dann aber für viele Jahrzehnte.
Die knorrigen Bäume werden bis zu 300 Jahre alt. Sheabäume wachsen nicht in angelegten Plantagen. Sie gehören zur natürlichen Landschaft und werden in den traditionellen Anbausystemen erhalten. Wenn Felder angelegt werden, bleiben die wertvollen Bäume stehen. Der Sheabaum ist gleichzeitig Wildpflanze, Nutzpflanze und Teil der bäuerlichen Landschaft.
Die Ernte beginnt mit den Früchten
Nach der Blüte entwickeln sich grüne, ca. 4 cm große Früchte, die bei der Reife gelblich werden und vom Baum fallen. Die Früchte werden von Hand aufgesammelt. Im Inneren befindet sich der Kern (Nuss), aus dem später die Sheabutter gewonnen wird.
Die Erntezeit fällt je nach Region ungefähr in die Monate Juni bis August.
Das Fruchtfleisch ist essbar, aber nicht lange haltbar.
Für die Herstellung der Butter sind jedoch vor allem die Kerne (Nüsse) wichtig.
Sie enthalten bis zu 50% Fett.
Von der Shea-Nuss zur Butter

Sheabutter zu gewinnen ist ein sehr aufwändiges Verfahren. Zunächst werden die Früchte gesammelt, das Fruchtfleisch entfernt. Die freigelegten Nüsse getrocknet, von ihrer Schale befreit und zerkleinert. Je nach Region und traditioneller Methode werden sie anschließend geröstet oder gekocht, gemahlen und mit Wasser geknetet. Durch das lange Kneten und Rühren trennt sich das Fett von den übrigen Bestandteilen.
Die Butter schwimmt oben und kann abgeschöpft werden. Danach wird sie erwärmt und gereinigt.
Die einzelnen Arbeitsschritte unterscheiden sich von Region zu Region. Zu den traditionellen Verfahren gehören unter anderem Kochen, Trocknen, Schälen, Zerkleinern, Rösten, Mahlen, Rühren und Erwärmen.
Heute wird Sheabutter auch mechanisch gewonnen.
Die traditionelle Herstellung ist aber weiterhin von großer Bedeutung.
„Gold der Frauen“
Die Verarbeitung von Sheanüssen und die Herstellung von Sheabutter liegen in vielen Regionen traditionell überwiegend in den Händen von Frauen.
Sie sammeln Früchte, bereiten Kerne auf, stellen Butter her und verkaufen sie auf den lokalen Märkten. Die Vermarktung von Sheabutter ist für viele Frauen und deren Familien eine wichtige Einnahmequelle.
Nicht nur für die Haut
Sheabutter ist in Afrika nicht nur ein Rohstoff für die Körperpflege. Sie gehört traditionell auch in die Küche.
Das Fruchtfleisch der reifen Sheafrüchte wird frisch gegessen. Es ist nicht lange haltbar.
Traditionell wird Sheabutter zum Kochen und Braten verwendet. Sie ist ein wichtiges pflanzliches Fett in vielen ländlichen Regionen Westafrikas.
Erst später kam ihre Bedeutung für den internationalen Markt hinzu.
Heute wird Sheabutter unter anderem für die Lebensmittelindustrie exportiert und beispielsweise bei der Herstellung von Schokolade als Ersatz für Kakaobutter, Süßwaren und zur Herstellung von Margarine und Backfetten verwendet.
Was macht Sheabutter so wertvoll für die Haut?
Native, d.h. nicht raffineriete Sheabutter weist einen hohen Anteil an Stearin- und Ölsäure auf und einen großen Anteil an sogenannte Unverseifbaren mit verschiedenen Begleitstoffen. Unraffinierte Sheabutter ist meist cremefarben bis gelblich und besitzt einen eigenen, leicht muffigen Duft. Unraffinierte Sheabutter sollte unbedingt von seriösen Händlern bezogen werden, um eine qualitativ hochwertige, nicht verunreinigte Butter zu erhalten.
Durch Raffination und Desodorierung reduzieren/verändern sich unter anderem Inhaltsstoffe, Farbe und Geruch deutlich.
Die Desodorierung mit Wasserdampf entfernt die unangenehmen Gerüche. Desodorierte Sheabutter ist geruchsneutral, sonst in ihren Inhaltsstoffen aber unverändert.
Bei der Raffination werden die unverseifbaren Bestandteile, freie Fettsäuren, Duft und Verunreingungen entfernt. Viele der wichtigen Inhaltsstoffe gehen dabei verloren.
Für die Naturkosmetik ist raffinierte oder desodorierte Sheabutter vor allem wegen ihrer rückfettenden und schützenden Eigenschaften beliebt. Sie macht die Haut geschmeidig und hilft dabei, den Feuchtigkeitsverlust der Haut zu vermindern. Bei Raumtemperatur ist sie fest, auf der Haut wird sie durch die Körperwärme weich und lässt sich gut verteilen.
Sheabutter in meiner Kosmetik
Ich schätze Sheabutter besonders für ihre reichhaltige und schützende Pflege.
Besonders gerne verwende ich sie in Rezepturen für trockene und beanspruchte Haut, aber auch in der Körperpflege.
Sie ist in meiner Körpersahne "Gute Laune" enthalten, in der reichhaltigen Rosencreme oder in der Hand- und Fußcreme.
Verwendete Literatur
Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle - Sabine Krist - Springer Verlag
Naturkosmetische Rohstoffe - Heike Käser - Freya Verlag
FAO, Food and Agriculture Organization of the United Nations: Shea tree (Vitellaria paradoxa). Informationen zu Verbreitung, Nutzung, Ernte und Bedeutung des Sheabaums.
Die beschriebenen Heilwirkungen von Heilpflanzen und deren Anwendung haben ausschließlich informativen Charakter.
Ich übernehme keine Garantie und Haftung für die genannten Anwendungsmöglichkeiten.
Ich empfehle hinsichtlich eigener Anwendung ausdrücklich Rücksprache mit einem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker.




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