Sonnenschutz Teil I - UV-B oder UV-A, LSF 20 oder besser 50+, mineralisch oder chemisch?

Es gibt viele Fragen zum Thema "Sonnenschutz".

Die folgenden Blog-Beiträge möchten über die positiven Seiten der Sonne, aber auch über ihre "Schattenseiten" informieren.


Der erste Teil enthält allgemeine Informationen zur UV-Strahlung, Lichtschutzfiltern und Lichtschutzfaktoren.

Der zweite Teil handelt von der Eigenschutzzeit, den Hauttypen und dem UV-Index.

Im dritten Teil geht es um die Unterschiede der UV-Strahlungen, der Infrarot-Strahlung und um Vitamin D.

Die Sonne ist die Quelle aller Energie. Nur mit ihrer Kraft ist die Photosynthese der Pflanzen möglich, ihr Licht und ihre Wärme fördern unser Wohlbefinden. Mit ihr ist die Vitamin-D-Produktion beim Menschen möglich.

Auch unser Immunsystem profitiert von einer moderaten Bestrahlung, ebenso Menschen mit Psoriasis und Neurodermitis.

Die negativen Auswirkungen von zu viel Sonne sind Sonnenbrand, Sonnenallergie, die Unterdrückung unseres Immunsystems, Augenschäden, vorzeitige Hautalterung (Flecken, Falten, Verlust von Elastizität) bis hin zu Hautkrebs.


Wie bei vielen anderen Dingen macht auch hier die Dosis das Gift.


Neben dem sichtbaren Licht und Wärme schickt uns die Sonne auch andere Strahlen: ultraviolette Strahlung und Infrarot-Strahlung. UV-B-Strahlung setzt die Bildung von Vitamin D in Gang. In zu hohen Dosen "genossen" sorgt sie für die Entstehung des Sonnenbrandes. UV-A-Strahlung dringt tiefer in die Haut ein. Sie schädigt das Erbgut und führt zu vorzeitiger Hautalterung bis hin zu Hautkrebs. Auch ein Teil der Infrarot-Strahlung trägt zur vorzeitigen Hautalterung bei.

Unsere Haut baut einen Schutz vor dieser Strahlung auf, indem sie die Melaninproduktion

(ein dunkles Hautpigment) erhöht. Dieses legt

sich schützend um die Zellkerne.

Braune Haut bildet einen geringen Schutz

gegen UV-Strahlung.


Gesunde Bräune gibt es nicht.

Sie ist immer Ausdruck einer Abwehrreaktion

der Haut.



Der beste Schutz ist eine entsprechende Kleidung, eine gute Sonnenbrille, Hut und der Aufenthalt im Schatten bei der größten Hitze. Die unbedeckten Körperteile sollten mit einer Sonnencreme geschützt werden.


Lichtschutzfaktoren wählen

UV-B-Strahlung

Der Lichtschutzfaktor (LSF) sagt aus, wie lange wir uns mit einer Sonnencreme in der Sonne aufhalten können, um vor UV-B-Strahlung zu ca. 93 - 98 % geschützt zu sein.

Es gibt zwei Möglichkeiten den passenden LSF zu finden:


- Sie kennen den UV-Index Ihres Aufenthaltsortes und Ihren Hauttyp

Hauttyp I: LSF = mindestens 4facher UV-Index

Hauttyp II: mindestens 3facher UV-Index

Hauttyp III: mindesten 2facher UV-Index

Beispiel: UV-Index 4 (Moosach am 17.7.), Hauttyp III = mindestens LSF 8

UV-Index 8 (Korsika), Hauttyp II - mindestens LSF 24


Informationen zum UV-Index erhalten Sie beim Deutschen Wetterdienst und bei wetteronline (Gesundheit)


oder


- Sie kennen die Eigenschutzzeit Ihres Hauttyps x gewähltem LSF = maximale Sonnenbestrahlungszeit.

Hauttyp II (Eigenschutzzeit 20 Min.) x LSF 10 = 200 Minunten Aufenthalt in der Sonne.


Bereits nach 2/3 dieser Zeitspannen sind die Reparatursysteme der Haut überlastet und Erbgutschäden können entstehen. Deshalb reduziert sich die Zeitspanne bei o.g. Beispiel auf maximal 140 Minunten.

Dieser Schutz ist auch nur dann gewährleistet, wenn ausreichend dick Sonnencreme aufgetragen wird. Nach dem Baden, Abtrocknen usw. nachcremen. Das Nachcremen verlängert jedoch nicht die Aufenthaltszeit!

Sobald wir uns aber im Gebirge oder an einem See aufhalten, verändert sich der UV-Index und ein höherer LSF wäre nötig, mindestens LSF 30.

Bei Babys funktioniert dieser Eigenschutz noch nicht! Kinder bis zu 2 Jahren sollten nicht unbekleidet oder ohne Sonnenschutz der direkten Sonne ausgesetzt werden.


UV-A-Strahlung

Hohe LSF machen uns glauben, dass immer längere Sonnenaufenthalte möglich sind.

Um aber auch vor UV-A-Strahlung geschützt zu sein, muss auf der Verpackung UV-A angegeben sein.

Der UV-A-Schutz beträgt mindestens 1/3 des UV-B-Schutzes. Bei einer Creme mit LSF 30 und dem Vermerk UV-A ist das der Faktor 10. Bei einem LSF 50+ beträgt der UV-A-Schutz mindesten 20.


Wenn Sie mehr wissen möchten über den Hauttyp, die Eigenschutzzeit der Haut und den UV-Index lesen Sie im Blog Sonnenschutz Teil II.



Was ist bei Sonnenschutzmitteln nun zu beachten?

Der Lichtschutzfaktor bezieht sich nur auf die UV-B-Strahlung.

Bei allen Sonnencremes sollte der Zusatz UV-A angegeben sein.

Der Schutz vor UV-A-Strahlung beträgt mindestens ein Drittel des angegebenen LSF. Das bitte beim Aufenthalt in der Sonne berücksichtigen.

Dick eincremen, 3 EL für den ganzen Körper verwenden.


Kleidung, eine gute Sonnenbrille, Hut und der Aufenthalt im Schatten, vor allem in der Mittagszeit ist immer der beste Sonnenschutz!

Die Haut sollte langsam an die Sonne gewöhnt werden.


Pflanzliche Öle weisen meist einen niedrigen Lichtschutzfaktor auf und schützen nur vor UV-B-Strahlung.

Kokosöl z.B. LSF 4-7

Olivenöl LSF 5-7

Avellanaöl und Kukuisnussöl bis LSF 10

Sie eignen sich aber gut als After-Sun-Pflege, um die Regenerationsfähigkeit der Haut zu unterstützen.


Mineralische Sonnenschutzmittel ohne Nanopartikel.

Sie liegen auf der Haut und reflektieren wie kleine Spiegel die UV-Strahlung.

Zinkoxid filtert neben UV-B- auch UV-A-Strahlung. Titanoxid hauptsächlich UV-B-Strahlung Beide Oxide werden gut vertragen, Allergien sind nicht bekannt. Für Kleinkinder sind sie gut geeignet.

Ihr Nachteil ist das „Weißeln“ auf der Haut.

Bei mineralischen Sonnencremes darauf achten, dass Zinkoxid und Titanoxid enthalten sind!


Chemische Filter dringen in tiefere Hautschichten vor und wandeln dort die UV-Strahlen in Wärme oder in sichtbare Strahlung um.

Einige UV-Filter werden zur Zeit neu bewertet, da sie im Verdacht stehen hormonell zu wirken. Dazu gehören u.a. Octocrylen und Homosalat. Man findet Rückstände davon im Blut, in der Muttermilch, in Seen und Meeren.

Es gibt unzählige chemische Filter.

Unter dem folgenden Link finden Sie alle gängigen Lichtschutzfilter mit ihren Vor- und Nachteilen aufgelistet.

https://www.beyer-soehne.de/uv-filter-in-sonnencremes-welche-sind-wirklich-gut/#diese_uv-filter_meiden_wir

Und hier gibt es Vergleiche von Sonnenschutzmitteln:

https://www.beyer-soehne.de/12-sonnencremes-im-test-welche-konnen-wir-empfehlen-2/#die_getesteten_sonnencremes_im_ueberblick

und ein Test von Öko-Test aus 2018

https://www.oekotest.de/kosmetik-wellness/Sensitiv-Sonnencreme-im-Test-Nur-4-von-20-empfehlenswert_111656_1.html

Wenn Sie tiefer in das Thema einsteigen möchten, finden Sie weitere Informationen in den Blog-Beiträgen "Sonnenschutz Teil III - UV-Strahlung, Vitamin D"

"Sonnenschutz Teil II - Hauttyp, Eigenschutzzeit, UV-Index"